Analfissur oder Kryptitis
Den Übergang zwischen der normalen Haut des Körpers und der Schleimhaut des Mastdarms stellt der Analkanal dar. Der Analkanal ist von einer außerordentlich empfindlichen Haut ausgekleidet.
Wie entsteht eine Analfissur?
Durch den mechanischen Reiz eines zu harten Stuhlganges, durch Durchfälle, Entzündungen im Bereich der Haut des Analkanals oder durch Entzündungen der Analdrüsen oberhalb des Analkanals kann die Haut des Kanals soweit geschädigt werden, daß sie bei kleinsten zusätzlichen Reizen einreißt. Es entsteht eine Analfissur (= Einriß in der Haut des Analkanals). Da die Haut des Analkanals empfindsam ist, bereitet ein Riß in dieser Haut heftige Schmerzen, gelegentlich verbunden mit einem Brennen.
Analfissurähnliche Veränderungen
Analfissuren oder Erkrankungen, welche einer Analfissur ähneln, können auch bei anderen Krankheiten vorkommen. Analfissurähnliche Veränderungen werden z.B. bei bösartigen Tumoren des Afters, bei einer Herpesinfektion, bei einer chronischen Darmentzündung, bei der Amöbenruhr und bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen beobachtet. Analfissuren treten in ihrer ganz überwiegenden Zahl in der hinteren Mittellinie des Afters auf. Seltener kommen die Fissuren in der vorderen Mittellinie und ganz selten seitlich im Afterkanal vor.
Kryptitis
An der Grenze zwischen Analkanal und Enddarm sitzen beim Menschen 12-15 Afterdrüsen. Diese können sich entzünden und zu den gleichen Beschwerden führen wie eine Analfissur. Oft treten Afterdrüsenentzündung (Kryptitis) und Analfissur auch gemeinsam auf. Eine Kryptitis wird begünstigt durch vergrößerte Hämorrhoidalknoten, sodass vergrößerte Hämorrhoiden bei der Kryptitis in jedem Fall behandelt werden sollten.
Zusätzlich kann es bei einer Kryptitis noch zur Ausbildung von Abszessen im After kommen. In diesem Fall ist immer eine Operation zur Heilung erforderlich. Unbehandelt kann eine Kryptitis zur Ausbildung einer durch den Schließmuskel ziehenden Analfistel und eines Afterabszesses führen.